Felix Stockert

Für dich

Wer wartet auf mich, am Ende des Winters?
Wenn der Schnee schmilzt und die Winde wehen?
Werde ich zergehen, in meinem Innern?
Ein zartes Flehen, ein zittriges Flimmern.
Und tausend Stimmen wimmern.

Wie Eis so starr, vom Licht allein geküsst,
sein Hauch die Kraft des Feuers, doch
teuer scheint die Morgensonne, und
ferner noch liegt jene Wonne,
die du in deinen Armen trägst.
Aber über lichterlose Jahre hinweg
versöhnen sich unsere Augen.

Unberührte Seelen schweben,
entlang am Abgrund der Menschlichkeit.
Befreit von Lust und inn’ren Zwängen,
gleichsam entzweit, nicht länger Menschenfreund,
Nicht länger deren Feind.
Nur Sucher noch, wie immer,
nach Liebe und Wahrhaftigkeit.
Trotz des Geistes Flüchtigkeit,
ergreifst du meine Hand.